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Sackgassen abschaffen (1): 404-Fehler vermeiden – oder nutzen

von | 4. Januar 2021

Was hat es mit 404-Fehler auf sich und was kann man dagegen tun?

Was ist eine 404-Seite?

Eine 404-Seite wird einem Webseiten-Besucher angezeigt, wenn er eine URL – die Webadresse für eine bestimmte Seite – eingegeben oder angeklickt hat, die es so nicht gibt, d.h. für die keine Seite hinterlegt ist. In diesem Fall weiß der Server nicht, was er anzeigen soll und spuckt einen sog. 404-Fehler „Page not found“ aus. Durch diese Fehlermeldung vom Server weiß die Webseite, dass sie jetzt eine entsprechende Seite anzeigen muss.

Also ungefähr so: Ein Mann kommt zu einem Kiosk, an er schon mal seine Lieblingszeitung gekauft hat. Er sagt: „Eine Lieblingszeitung bitte. Der Kiosk-Besitzer schaut nach, findet die Zeitung nicht weiß, dass er die Lieblingszeitung nicht anbieten kann.

Was macht er als guter Kioskbesitzer in diesem Fall: Er sagt freundlich: „Die Zeitung haben wir leider nicht.“ Und dann bietet er dem Mann natürlich ähnliche Zeitungen zur Auswahl an. Genau das macht eine gute 404-Seite, in Teil 2 zeige ich, was dabei wichtig ist.

Wie kann ein 404-Fehler passieren?

Ein 404-Fehler tritt auf, wenn

  • einzelne Seiten gelöscht oder umgezogen worden sind: und Google oder der Besucher haben sich einen früher mal gültige Adresse gemerkt. Beim Aufruf dieses „alten“ Links wird dann nichts mehr gefunden.
    Ein Beispiel: Ein Architekt hatte eine Seite mit Bewertungen seiner Kunden zu seinen Projekten, die er „Referenzen“ genannt hatte. Das erschien ihm nicht mehr passend, weil es eher um die Bewertungen seiner Kunden ging als um die Projekte an sich. Deshalb hat er die Seite umbenannt in „Kundenstimmen“. Außerdem sollte sie nicht mehr in der Hauptnavigation sichtbar sein, sondern dem Punkt „Unternehmen“ untergeordnet werden. D.h. früher war die Adresse für die Verlinkung dieser Seite
    irgendeine-webseite.de/referenzen, jetzt ist es
    irgendeine-webseite.de/unternehmen/kundenstimmen. Alle Links mit der alten Adresse führen also nach der Änderung ins Leere und eine 404-Fehlerseite erscheint.
    Abhilfe schaffen 301-Weiterleitungen, dazu unten mehr.
  • ein Nutzer eine URL von Hand falsch eintippt (im Teil nach der Top-Level Domain, also z.B. 50millisekunden.de/stratseite statt /startseite) oder wenn eine Verlinkung einen Schreibfehler hat.
    Gegen diesen Fall kann man nichts tun. Deshalb braucht man eine gute 404-Seite auch dann, wenn man gelöschte oder umgezogene Seiten immer sauber mit 301-Weiterleitungen abfängt.

Sind 404-Fehler schlimm?

Ja und nein. Ja, wenn es um „echte“ Links geht, die es schon mal gegeben hat, d.h. die Google kennt, die von irgendwo verlinkt sein können oder die in den Lesezeichen Ihrer Kunden gespeichert sind. Verlinkungen von außen, die mit einem 404-Fehler im Leeren landen, können zum Sichtbarkeits-Killer werden.

Stellen Sie sich vor: ein Mensch findet irgendwo einen Link auf Ihre Seite: „Juhu! Ein potenzieller Kunde hat Sie gefunden“, und klickt ihn an, weil er ihn richtig interessant findet: „Doppeltes Juhu! Ein potenzieller Kunde ist auf dem Weg zu Ihnen!“ Und dann landet er auf einer schnöden Seite, die ihm sagt, dass es das, was er sucht, bei Ihnen nicht (mehr) gibt. Wenn das wirklich so ist, z.B. weil Sie ein bestimmtes Thema nicht mehr im Programm haben, ist das vielleicht nicht so schlimm. Denn er würde ja tatsächlich nicht finden, was er sucht. Aber stellen Sie sich vor, Sie haben das Angebot zu diesem Thema ausgeweitet und verbessert, weshalb es jetzt vielleicht einen anderen Namen hat oder einfach nur anders verlinkt ist. Dann wäre das wirklich blöd. Und weil es für den Seiten-Besucher nicht hilfreich ist, statt Ihres Angebots nur eine Fehlerseite zu bekommen, findet auch Google das nicht gut, und es droht die Unsichtbarkeit, weil Links die in einem 404-Fehler enden, natürlich nicht in den Ergebnissen angezeigt werden.

Einen Punktabzug beim Vertrauen der Besucher gibt es vor allem dann, wenn ein Link innerhalb des Webauftritts oder – noch schlimmer – aus der Navigation einen 404-Fehler verursacht. Da hilft auch keine noch so witzige 404-Seite mehr. Ein Nutzer, der aus der Navigation heraus auf einer 404-Seite landet, verliert sehr leicht das Vertrauen in die Ernsthaftigkeit und Seriosität der gesamten Seite und damit auch in die des Unternehmens.

Bei umgezogenen oder gelöschten Seiten sollte immer eine sogenannte 301-Weiterleitung eingerichtet werden.

Trotzdem ist eine ordentliche 404-Seite wichtig.

Wird der Fehler durch einen Schreibfehler in der URL verursacht, sieht das anders aus. Da Sie nicht wissen können, wo oder wie sich jemand vertippt, können Sie auch nicht weiterleiten. Sondern nur so freundlich und hilfreich wie möglich darauf hinweisen, dass irgendwas schiefgegangen ist. Wie man die Situation sogar noch für sich nutzen kann, zeige ich in Teil 2: Fehlerseiten richtig aufbauen.

Bis dahin nochmal zur Vermeidung:

404-Fehler vermeiden: die 301-Weiterleitung

Die sogenannte 301-Weiterleitung ist eine Einstellung, mit der Sie dem Server sagen, dass er statt der angefragten (alten/falschen) URL, den Besucher auf eine bestimmte andere Seite weiterleiten soll.

Im Beispiel von oben: wird die veraltete URL eine-webseite.de/ueber-uns/referenzen aufgerufen, wird automatisch die neue, richtige Seite eine-webseite.de/unternehmen/kundenstimmen angezeigt. Problem gelöst.

Das geht z.B. in WordPress auch ohne Programmierkenntnisse halbwegs einfach, wenn man ein SEO-Plugin nutzt, z.B. RankMath oder Yoast (von Yoast braucht man dazu allerdings die bezahlte Premium-Version). Wer gut auskennt oder viel zutraut, kann die Weiterleitungen auch mit PHP erstellen oder in der htaccess-Datei auf dem Server. Das empfiehlt sich aber wirklich nur für Profis. 

Wie finde ich heraus, ob es 404-Fehler auf meiner Seite gibt?

Also schnell mal checken, ob es Links von außen auf Ihre Webseite gibt, die nicht (mehr) funktionieren und dann schnell Abhilfe schaffen. In der Google Search Console sind 404-Fehler unter „Abdeckung“ zu finden, sie werden als Fehler angezeigt.

Als weiteres Tool empfiehlt sich https://www.brokenlinkcheck.com/, mit dessen Hilfe man feststellen kann, ob es auf der eigenen Seite Verlinkungen gibt, die ins Leere führen(auch solche auf fremden Seiten).

Viele SEO-Tools und gute SEO-Plugins bieten dazu ebenfalls eine Auswertung an.

Der Check, ob und wie viele Zugriffe auf Ihre Seite mit einem 404-Fehler enden, gehört bei einer aktiven Seite alle paar Monate zum Pflichtprogramm.

Übrigens: Beim Schreiben dieses Beitrags habe ich auch meine Seite mal wieder auf „broken links“ mit 404-Fehlern getestet, und 5 üble Fehler in meiner internen Verlinkung gefunden – einer davon war ein falsch gesetzter Link auf die Datenschutzerklärung. Ausgerechnet. Hab ich natürlich behoben Uff. Sollte man halt echt regemäßig machen!

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Zusammengefasst: Die drei elementaren Tipps zu 404-Fehlern

  1. Prüfen Sie Ihre Webseite regelmäßig auf 404-Fehler und beheben Sie diese mit 301-Weiterleitungen
  2. Wenn Sie Seiten löschen, an eine andere Stelle in der Navigation verschieben oder manuell die URL ändern: Richten Sie gleich auch die 301-Weiterleitung ein.
  3. Richten Sie eine gute 404-Seite ein. Was Sie beachten müssen beschreibe ich im zweiten Teil “Aus 404-Fehlern eine Tugend machen” (kommt demnächst, spätestens morgen).

weiter zu Teil 2: 404-Seiten richtig nutzen »

Barbara Gölz, UX-Spezialistin

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Kämpferin für konsequente Kundenorientierung, Verfechterin bestmöglicher UX, SEO-Missionarin, E-Commerce-Agitatorin und Projektabwicklerin.

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