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Teil 2: Was kostet ein Online-Shop?

Ist der Betrieb eines Online-Shops generell erfolgbersprechend für Ihr Unternehmen (s. Teil 1), dann sind die Kosten für die Erstellung und den Betrieb der nächste wichtige Punkt in der Planung.

Der Webshop selbst verursacht ebenfalls laufende Kosten. Diese sind abhängig vom eingesetzten Shop-System, vom Umfang des Sortiments, der besonderen Funktionen des Shops (reicht die Verwendung eines Standard-Shops oder muss er zusätzliche Funktionen haben?).

Zu Beginn sind die Entwicklungskosten für einen Shop oft die wichtigste Frage. Die hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab. Die wichtigsten habe ich für Sie zusammengefasst:

  • Wie viele Produkte sollen verkauft werden?
    Je kleiner das Sortiment, desto einfacher ist in der Regel die Umsetzung eines Shops, wenn die Produkte nicht besonders kompliziert sind.
  • Wie kompliziert sind die Produkte und wie umfangreich die Produktdaten? (Wie viele Bilder, Texte, Downloads, filterbare Eigenschaften oder Varianten oder Preisstaffeln gibt es je Produkt?)
    Je einfacher die Produkte zu erklären und abzubilden sind, desto einfacher kann der Shop bleiben und desto einfacher ist die Pflege der Produkte.
  • Wie dynamisch ist das Sortiment? Wie oft ändern sich einzelne Produkte oder ganze Sortimente, wie oft gibt es Sonderangebote und -Aktionen?
    Je einheitlicher Sonderaktionen ausfallen (z.B. nur Sonderangebote mit Preisreduktion), desto einfacher sind diese mit den Standard-Funktionen des Shop-Systems abzubilden. Je seltener sich ein Sortiment ändert, desto einfacher werden die Pflege und Aktualisierung des Shops.
  • Sind Produktdaten und weiterführender Content zu den Produkten bereits vorhanden (z.B. in einem gedruckten Produkt-Katalog)? Gibt es genügend Bilder zur Präsentation der Produkte?
    Je mehr eigenes Material vorhanden ist, desto weniger Zeit muss in die Erstellung von Content gesteckt werden (Text, Bild, Video, Downloads etc.). Der Aufwand, der für gute Produktdaten notwendig ist wird sehr oft unterschätzt.
  • Müssen externe Systeme angebunden werden (ERP, CMS, CRM, PIM, Versandsoftware)?
    Je mehr Systeme direkt an den Shop angeschlossen werden, desto einfacher wird die tägliche Arbeit mit dem Shop. Ab einer gewissen Sortimentsgröße und -dynamik ist eine Anbindung sogar fast unumgänglich.
    Je mehr Systeme an den Shop angebunden werden müssen und je individueller diese Systeme sind, desto höher ist der Aufwand bei der Shop-Erstellung und auch die Wartungskosten werden mit jeder Anbindung ein wenig höher.
  • Wie individuell soll das Layout sein?
    Je weniger Anforderungen an ein individuelles Layout gestellt werden, desto einfacher wird die Umsetzung mit standardisierten Vorlagen (Templates). Einfache anpassbar sind z.B. Schriften und Farben, Hintergründe und Bilder. Aufwändiger sind individuelle Vorgaben, die z.B. einem vorgegebenen, unternehmensweiten CI entsprechen müssen.
  • Wie groß ist der Wettbewerb?
    Je besser die Mitbewerber online aufgestellt ist, desto besser muss der eigene Shop werden in Bezug auf Einkaufserlebnis, Benutzerfreundlichkeit und Service. Der Aufwand für Planung und Konzeption wird etwas höher sein, evtl. sind User-Tests sinnvoll. Diese Maßnahmen werden sich langfristig deutlich auszahlen.
    S. hierzu auch: Beim Einkaufen ist Vernunft nich wichtig

Rechnen Sie damit, das die reine Umsetzung eines Shops (Installation, Layout und Programmierung) im mittleren 4-stelligen Bereich beginnt, wenn es sich um einen sehr einfachen Shop handelt.

Inzwischen muss fast jeder Onlineshop mit einem mehr oder weniger starken Wettbewerb rechnen. Die „gängigen“ Produkte sind inzwischen durch die großen Anbieter und etablierte Global Player besetzt. Daher muss man gute Ideen haben und einen sehr guten Service anbieten, um in diesem Bereich mit dem eigenen Sortiment dauerhaft Käufer gewinnen zu können.
Ist ein Shop klug geplant, gut gemacht und wird ideenreich beworben, bietet er nach wie vor ein großes Potenzial. Das bedeutet aber auch, dass schnelle Lösungen („Heute Produkte einstellen und sofort verkaufen“) nicht funktionieren werden.

Mit einer guten Planung im Vorfeld lassen sich oft Lösungen finden, wie ein schrittweiser Einstieg auch mit kleinerem Anfangskapital möglich ist.

Am Schluss noch eine kleine Checkliste: Das müssen Sie tun, wenn Sie einen Webshop planen:

  • Eine solide Kostenrechnung aufstellen
  • Eine gute Analyse der Ausgangssituation machen (Wettbewerb, Kundenerwartungen, Aufenthaltsort der Zielgruppe im Web, eigene Infrastruktur)
  • Die Anforderungen für Ihren Shop auflisten und priorisieren
  • Beachtung der Bedürfnisse ihrer Kunden und der etablierten Standards bei Gestaltung und Funktionen (aber auch z.B. bei Bezahl- und Versandarten)
  • Exzellenz im Service (im Shop und „dahinter“).

 

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